Natrium

Die ausreichende Versorgung mit Natrium beim Pferd hängt mit dem Wasser- und Energiehaushalt zusammen. Über den Schweiß wird bei körperlicher Belastung Wasser und Wärmeenergie abgegeben. Schwitzen hat die Funktion der Thermoregulation, weil über die Verdunstung auf der Körperoberfläche Wärme entzogen wird. Gleichzeitig verliert aber der Körper über den Schweiß auch die darin enthaltenen Elektrolyten. Dies sind vor allem Natrium, Kalium, Chlorid und auch Calcium.
Starke Elektrolytverluste äußern sich in allgemeiner Schwäche und Muskelschwäche. Die Durststimulation wird bei Dehydratation herabgesetzt, das Pferd verweigert trotz eines physiologischen Bedarfs die Aufnahme von Wasser und Futter.
Dehydratation und Elektrolytverlust kommen häufig bei Pferden vor, wenn durch langdauernde körperliche Arbeit oder schweres Arbeiten in kurzen Intervallen belastet wird (siehe S. 13, Ausführungen zu Schweißverlust beim Pferd). Aus der Haarmineralanalyse kann man jedoch nur die langfristigen Defizite erkennen. Bei einem Futter mit einer jeweils guten Elektrolytversorgung und häufigem Schweißverlust kann die Mähnenhaaranalyse ausgeglichen erscheinen. Zur Überprüfung der Versorgung mit Natrium und einer Unterdeckung kann eine Urinprobe aus dem betreffenden Zeitraum gewonnen werden. Gehalte von weniger als 200 mg /L Natrium weisen eine Defizit aus.
Zur Vorbeugung von Elektrolytverlusten können Elektrolytmischungen gegeben werden. Wasser sollte bei solchen Belastungen in kurzen Abständen angeboten werden.
Beim Ausgleich der Elektrolytverluste müssen nicht fertige Lösungen verwendet werden, sondern es kann auch eine Salzmischung aus ¾ der Menge an gleichen Teilen Natrium- und Kaliumchlorid sowie ¼ Calciumcarbonat (Futterkalk) zur Anwendung kommen. Die Dosierung richtet sich nach dem Schweißverlust und den Defiziten, die aus der Futterration resultieren (siehe S. 13 ).
Im Körper werden die Anteile dieser Elektrolytmischungen nicht gespeichert, deshalb sollten sie vor, während und nach der schweren Arbeit bzw. zu den Tränkezeiten gegeben werden. In der Tränke selbst sollten sie allerdings nicht eingemischt sein, weil die Wasseraufnahme hierdurch herabgesetzt wird.

Kalium

Ein Pferd mit 500 kg LM ( = Lebendmasse) enthält rund 1000 g Kalium, das zu rund 90% intrazellular, in der Muskulatur und in den Erythrozyten gespeichert ist. Kalium hält den osmotischen Druck innerhalb der Zellen aufrecht. Daneben sind zahlreiche andere Funktionen bekannt, wie die Aktivität verschiedener Enzyme bei der Glykolyse und der oxydativen Phosphorylierung.
Der tägliche Bedarf an Kalium liegt bei 50 mg/kg LM, bei arbeitenden Pferden ist der Bedarf wesentlich höher, weil ein Verlust (siehe ´Elektrolyten´ und Natrium) der Elemente Natrium, Kalium, Chlorid und Calcium ausgeglichen werden muß.

Calcium

Die Hypocalcämie sind ebenso wie die Hypomagnesiämie durch Muskelzuckungen und eine erhöhte Herzfrequenz gekennzeichnet. In schweren Fällen kommt es zum Festliegen und zum Verenden des Pferdes innerhalb weniger Stunden.
Die Hypocalcämie kann bei laktierenden Stuten durch den Calciumverlust über die Milch auftreten. Weiterhin führen Streßfaktoren wie Wetterumschwung, Erkrankungen, Traumata, Überanstrengung und Transport zur Auslösung von Hypocalcämie. Diese läßt sich verhindern, wenn mindestens 0,5% Calcium in der Gesamtration verfüttert werden.
Bei Verfütterung von Rauhfutter ist in der Regel ein Zusatz von 60 bis 85 g Futterkalk zur Tagesration bei einem Normalpferd mit 500 kg Gewicht ausreichend. Für den Knochenaufbau aus dem vorhandenen Knorpelgewebe ist ein ausreichende Versorgung mit Calcium und Phosphor erforderlich. Die betreffenden Mineralstoffe müssen aber nicht nur in ausreichender Menge, sondern auch in verfügbarer Form vorhanden sein. Phosphor, der an organische Verbindungen und an das Phytat in Körnerprodukten gebunden ist, hat eine eingeschränkte Bioverfügbarkeit. Getreide ist reich an Phytat, der Phytatgehalt steigt mit zunehmender Reife des Getreides. Im Überschuss verfüttertes Phosphat und auch Oxalate (Rübenblattsilagen) binden Calcium im Darm und können so die Resorptionsrate aus dem Futter weiter senken. Trotz ausreichender Zufuhr kann es dann über die verminderte Resorption zu einer Mangelversorgung kommen.
Eine Überversorgung mit Calcium belastet nicht nur die Nieren des Pferdes, sondern kann auch die Absorption einiger Spurenelemente verringern, das gilt für Zink, Mangan und Eisen. Sind die letzteren Elemente nur in mäßigen Anteilen an der unteren Grenze der Empfehlungen vorhanden, kann durch eine übermäßige Calciumzufuhr eine Mangelsituation bei diesen Spurenelementen entstehen. Calcium sollte deshalb in der Gesamtration bezogen auf die Gesamttrockenmasse nicht höher als 1% liegen.
Genauso hat aber ein Überschuss an Zink, Mangan und Eisen einen nachteiligen Einfluss auf die Calcium- und auch auf die Phosphataufnahme.

Phosphor

Neben Calcium ist eine ausreichende Versorgung mit Phosphor notwendig.
Phosphor wird vor allem in anorganischer Form als Phosphat gut verwertet, während organisch gebundener Phosphor, z.B. in Form von Phytat eine geringere Verfügbarkeit hat. Getreide ist reich an Phytat, mit zunehmendem Reifezustand wächst der Phytatgehalt in den Körnern. Hierdurch ergibt sich eine geringere Verfügbarkeit des Phosphors aus Getreidekörnern gegenüber dem Phosphor aus Rauhfutter oder in Mineralfuttermitteln. Vergleichsweise gilt für die Verdaulichkeit des Phosphors aus Kraftfutter nur 29 bis 32%, im Rauhfutter dagegen 44 bis 46%, während aus anorganischen Mineralfuttermitteln Phosphor mit ca. 58% aufgenommen wird.
Die Quelle für Phosphor und damit Phosphat ist bei der Pferdefütterung überwiegend Getreide, auch wenn die Aufnahme von Phosphor aus dieser Quelle durch die Bindung als Phytat eingeschränkt ist. In Mineralstoffmischungen wird ausschließlich anorganisches Phosphat eingesetzt.
Die Aufnahme von Phosphor beeinflusst auch die Calciumaufnahme. Ein überhöhtes Phosphatangebot führt zur Konkurrenz von Phosphor und Calcium bei der Absorption. Dies führt zu einer verminderten Calciumabsorption im Dünndarm. Eine Überschussfütterung von Phosphat ist deshalb genauso problematisch wie die Zufuhr von Oxalat (Rübenblätter), das ebenfalls die Calciumzufuhr einschränkt. Während Calcium nur im Dünndarm absorbiert wird, wird Phosphat im Dünn- und Dickdarmbereich aufgenommen. Die Phosphataufnahme ist deshalb weniger störanfällig.
Im Gesamtfutter wird ein Calcium : Phosphor- Verhältnis von 1 : 1 bis 1,2 : 1 gewünscht. Unter 1:1 sollte das Gesamtverhältnis Ca:Phosphor nicht sinken.
Im Einzelfuttermittel kann das Ca:P-Verhältnis je nach Angebot beim erwachsenen Pferd zwischen 0,8:1 bis 8:1 schwanken für das heranwachsende Pferd sollten Werte zwischen 0,8:1 und 3:1 angestrebt werden.
Für das erwachsene Pferd sollten ebenfalls Werte über 6:1 bei Ca:P-Verhältnis vermieden werden.
Zur Kalkulation der Phosphatmengen für die Gesamtration verwende man die Ausführungen unter Calcium, weiterhin gelten für die Sondergruppen folgende Phosphorgehalte

Magnesium

Magnesium wird häufig zusammen mit Calcium in der Literatur zur Fütterung abgehandelt. Die Resorptionseigenschaften sind ähnlich. Bei der Laktation kann sich neben der Hypocalcämie auch eine Hypomagnesiämie entwickeln. Ursache ist der starke Verlust von Magnesium über die Milch an das Fohlen. Die Hypomagnesiämie zeigt sich durch Muskelzuckungen, eine erhöhte Herzfrequenz, steifen Gang und Bewegungsunlust.
Durch tägliche Gaben von jeweils 30 bis 60 g Magnesiumoxid läßt sich bei Pferden das Auftreten einer Weidetetanie mit der Ursache eines Magnesiummangels verhindern. Magnesiumsulfat ist besser löslich, zeigt aber eine schlechte Akzeptanz. Das Magnesiumoxid sollte wie Futterkalk mit einer Getreidemischung verabreicht werden. Auch eine 10%ige Zumischung von Sojaschrot oder Trockenmelasse fördert die Aufnahme. Bei einem geplanten Weidegang sollte schon mehrere Wochen vor dem geplanten Termin die Magnesiumzufuhr erhöht werden.

Eisen

Das Vorhandensein von Eisen ist vor allem im Blutfarbstoff (Hämoglobin) und im Myoglobin der Muskeln sehr wichtig. Rund 60% des gespeicherten Eisens findet sich in den Erythrozyten. Weitere 20% entfallen auf das Myoglobin im Muskelgewebe. Unter Eisenmangel geht die Zahl der roten Blutkörperchen zurück. Gleichzeitig entsteht eine Leistungsschwäche, Infektanfälligkeit und die Atmung wird ineffektiv und angestrengt.
Besonders für Fohlen, aber auch für die tragenden Stuten ist eine ausreichende und höhere Eisenversorgung wichtig, der Bedarf liegt bei beiden Gruppen gegenüber der Erhaltung beim erwachsenen Pferd um 80% höher (bezogen auf kg Lebendmasse). Ein erhöhter Bedarf bei Eisen ist nicht nur bei Blutverlust und in der Wachstumsphase, sondern auch beim Beginn der Leistungssteigerung im Training gegeben. Die Ursache liegt hierbei in dem erhöhten Eisenverlust durch den Schweiß (siehe auch S. 13, Schweißverlust und Kompensation beim Pferd). Normalerweise ist die Eisenversorgung über die Grundfuttermittel gesichert. Eisen wird allerdings auch wie Zink, Mangan und Calcium durch die Phytate in der pflanzlichen Nahrung gebunden.
Für die Zufuhr von Eisen eignen sich die zweiwertigen Verbindungen (Citrat und Fumarat) besser als dreiwertige Verbindungen. Neugeborene Fohlen können bei der Verabreichung über das Futter noch kein Eisen binden.
60 – 100 ppm Eisen werden im Futter als ausreichend angesehen.

Zink

Zu Zink sind in der Tierphysiologie und in der humanen Physiologie die meisten Metallo-Enzyme bekannt.
Ein Zinkmangel äußert sich in zahlreichen Erscheinungsbildern. So wird die normale Funktion der Epithelregeneration von Haut und Schleimhäuten gestört. Zinkmangel führt zu Auflagerungen und Verdickungen der Haut (Parakeratose) gleichzeitig kann Haarausfall und eine erhöhte Infektionsneigung, aber auch eine Veränderung am Hufhorn beobachtet werden.
Untersuchungen an der Tierärztlichen Hochschule Hannover bestätigten, dass bei erniedrigtem Zinkgehalt in den Hufen nicht nur die Plasmawerte sondern auch die Zinkwerte in den Haaren erniedrigt waren (Coenen, Spitzlei 1996). Zink ist für die Funktion der T-Lymphozyten und damit für die Funktion des Immunsystems erforderlich.
Der tägliche Bedarf an Zink wird beim Pferd mit 50 mg/kg Trockenfuttersubstanz angesetzt. Noch etwas stärker ausgeprägt als bei Magnesium und Calcium gilt für Zink, dass der Gehalt an Phytat im Futter die Aufnahme einschränkt.

Mangan

Mangan hat eine Bedeutung in zahlreichen Enzymsystemen sowohl beim Mineralstoffhaushalt als auch im Fettstoffwechsel. Für die Funktion der Eierstöcke ist Mangan essentiell, deshalb wird besonders hinsichtlich der Rossigkeit bei den Stuten auf eine ausreichende Manganversorgung geachtet.
Eine Plasma- oder Blutkonzentration von weniger als 0,02 ppm Mangan (entspr. 20 mg/l ) wird bei Wiederkäuern als untere Grenze angesehen. Für Pferde werden 40 ppm in der Trockenmasse der Gesamtration als generell ausreichend angesehen. Spurenelementmischungen enthalten meist 0,28 % Mangan.
Für Pferde sind keine Berichte zu einer Toxizität durch Manganaufnahme bekannt, obwohl für andere Tierarten solche Angaben verfügbar sind. Stark überhöhte Mangangehalte im Grünfutter (600 – 1200 mg Mn/kg Trockensubstanz) können jedoch Anämien begünstigen, dies liegt an der Beeinflussung der Eisenresorption. Bei anderen Tierarten zeigt sich Manganmangel in Wachstumsstörungen, Ataxien oder Verformungen der Gliedmaßen, vergrößerte Gelenke, Steilstellungen der Fesselgelenke, Verdrehungen der Schultergliedmaßen, sowie allgemein verkürzten Knochen mit Folgeerscheinungen wie Lahmheit, Steifheit, Gelenkschmerz und Bewegungsunlust. Weiterhin sind bei anderen Tierarten ein Einfluss auf die Sterilität, eine herabgesetzte Libido, verzögerter Eisprung, eine verminderte Konzeptionsrate und vermindertes Wachstum, Aborte und Totgeburten im Zusammenhang mit Manganmangel gesehen worden.
Meist ist im Grünfutter und Heu ein Mangangehalt über 30mg /kg Trockensubstanz vorhanden. Auf kalkhaltigen Böden mit hohem pH-Wert sowie auf leichten Sandböden, die Mangan-arm sind, sowie sehr stark aufgekalkt wurden, können tiefe Mangangehalte vorkommen. Grundsätzlich ist Luzerne-Heu manganärmer als Grasheu. Eine gute Manganquelle ist neben Weidegras und Heu auch Weizenkleie.

Kupfer

Kupfer ist nicht nur für die Blut- und Pigmentbildung sondern auch für die Bindegewebsfunktion, besonders beim Knorpel wichtig. Letztlich ist wegen der Funktion beim Knorpel auch die Knochenentwicklung von einer normalen Kupferversorgung abhängig. Weiterhin wird für bestimmte Funktionen im Nervensystem Kupfer gebraucht.
So beobachtet man unter mangelnder Kupferversorgung bei Fohlen Anämien und Skelettveränderungen. Schon bei tragenden Stuten mit ungenügender Kupferversorgung wird die Einlagerung von Kupfer in die fötale Leber verhindert, was sich in Entwicklungsstörungen der Fohlen äußert (Schwellungen der Gelenke, generalisierte Osteochondrosen). Eine kupferarme Weide und ausschließliche Ernährung der Fohlen in den ersten Wochen über die Stutenmilch kann den Kupfermangel in der Fohlenentwicklung verstärken. Dieses Problem wird bei kupferarmen Böden deshalb leicht ausgelöst, weil Stutenmilch schon von Natur aus relativ kupferarm ist.
Ältere Pferde neigen unter Kupfermangel zu Gefäßrupturen und Pigmentverlusten. Bei Pferden liegt erfahrungsgemäß eine relativ hohe Toleranz gegenüber erhöhten Kupfergehalten vor.
Während beim Menschen chronisch erhöhte Kupferwerte zu Leberschäden führen und bei Säuglinge Leberzirrhose zu befürchten ist, tolerieren Pferde selbst Gehalte von 800 mg/kg TM über Monate.
Allgemein sollten aber Werte über 50 mg/kg TM im Futter vermieden werden. 7 – 12 mg/kg TM sind bei Kupfer ausreichend für die Erhaltung

Molybdän

Molybdän ist in den Getreidekörnern in ausreichender Menge enthalten. Eine Fütterung mit Rauhfutter, Weidegang, aber mit wenig Getreideanteil (Hafer) dafür aber mit Rübenschnitzeln, Mais, verschiedenen Silagen kann eine Molybdän-arme Zusammenstellung bedeuten.

Selen

Trotz tierartgerechter Fütterung können beim Pferd sowohl ein Selenmangel als auch ein Selenüberschuss auftreten. Beide Erscheinungen sind überwiegend an das Vorkommen von Weiden mit einem Selenmangel oder Selenüberschuss gebunden. Ein Selenüberschuss ist allerdings hauptsächlich für mittelamerikanische Weiden bekannt und dürfte in Deutschland nicht beobachtet werden.
Selenarme Böden werden bei Selenmangelzuständen der Pferde in Mitteleuropa häufig als Ursache nachgewiesen. Gefährdet sind vor allem Pferdehalter, die als Selbstversorger mit einem Selenmangelboden arbeiten.
Durch Düngung der Weide mit Selen oder durch Substitution im Ergänzungsfutter kann der Selenunterschuss jedoch ausgeglichen werden.
Bei hochgradigem Selenmangel sind sowohl das Skelett als auch der Herzmuskel betroffen. Junge Fohlen zeigen eine Beteiligung von Myokard, Zwerchfell und Atmungsmuskulatur. Als Folge bildet sich ein Herzversagen, Dyspnoe oder ein Lungenödem. Bei älteren Fohlen sieht man zumindest ein Festliegen ohne erhöhte Körpertemperatur, erhöhte Herz- und Atemfrequenz, sowie vermehrtes Speicheln, Schwellungen im Bereich der Mähne und Anschwellen des Zungenepithels.
Als Auslöser für diese Symptome gilt eine starke Muskelbeanspruchung. Im amerikanischen Schrifttum wird die Erkrankung wegen der auftretenden Blässe des Muskelgewebes als „white muscle disease“ bezeichnet.
Auch wenn weniger häufig auftretend, äußert sich beim erwachsenen Pferd der Selenmangel in Schäden an der Kaumuskulatur und der Muskulatur der Gliedmaßen. Typisch für den Selenmangel ist eine auftretende Steifigkeit nach starker Arbeitsbelastung des Pferdes. Bei tragenden Stuten wird eine Nachgeburtsverhaltung auf einen Selenmangel zurückgeführt.
Selen gilt als wichtiges Antioxidans. Neben Vitamin E, und zusammen mit Vitamin E noch stärker, schützt es die Zellmembran vor der Wirkung von Peroxiden. Vitamin E hemmt die Bildung von Peroxiden, Selen inaktiviert über die Glutathionperoxidase entstandene Peroxide.
Zur Therapie und Prophylaxe bei festgestelltem Selenmangel im Zusammenhang mit Selenmangelboden sind folgende Maßnahmen möglich:

  1. Injektion von Selenlösungen durch den Tierarzt, intramuskulär
  2. Gabe eines Mineralsalzes mit einem Anteil von 15 bis 30 ppm Selen
  3. Fütterung einer Ration mit 0,5 ppm *) Selen bezogen auf die Trockenmasse

Selenmangel tritt nur auf wenn die Selenkonzentration in der Gesamtration unter 0,1 ppm liegt, höhere Konzentrationen als 0,5 ppm sollten vermieden werden. Bei Futteranteilen von mehr als 5 ppm gilt die zugeführte Menge als toxisch. Bei Stuten sollte in der Frühträchtigkeit kein Selen als Injektion oder als Bolus verabreicht werden, weil eine Schädigung der Frucht nicht auszuschließen ist.
Der tägliche Selenbedarf wird beim Pferd auf 0,15-0,20 mg/kg Futter-TM geschätzt. Werden gleichzeitig hohe Eiweiß und/oder Sulfatmengen aufgenommen, so steigt der Selenbedarf. Dies liegt wohl an der Bindung von Selen über Sulfhydryl (SH-)- Gruppen.
*) PPM = Parts per Million, 1 Teil auf 1 Million, z.B. 1mg auf 1 kg

Cobalt

Cobalt wird beim Menschen fast ausschließlich über Cyanocobalamin (enthalten in Fleisch und tierischer Nahrung als Vitamin B12) zugeführt.
Beim Pferd wird Vitamin B12 ausreichend über die Darmbakterien synthetisiert, die aber wiederum eine Cobaltzufuhr in mineralischer Form über das Futter benötigen.
Cobalt wird von einzelnen Darmparasiten (Bandwürmer und Nematoden) spezifischer gebunden als im Vitamin B12. Ein Cobaltmangel in der Mähnenhaaroder Blutprobe ist häufig ausgelöst durch eine Wurmbesiedlung und wird erst wieder normal, wenn die notwendige Entwurmung durchgeführt wird.

Jod

Die Jodversorgung des Pferdes ist meist ausreichend.
Die küstennahen Weiden bieten eine ausreichenden Jodgehalt. In Jodmangelgebieten kann die Stutenmilch einen zu geringen Jodanteil aufweisen, der sich auf die Entwicklung der Fohlen auswirkt. Die Jodversorgung muß dann schon während der Trächtigkeit der Stuten berücksichtigt werden.
Bestimmte Pflanzen, die Blausäure enthalten (Leguminosen, Weißklee, der von Pferden gern angenommen wird) steigern den Jod-Bedarf bis auf das Zweifache. Der Jodbedarf wird mit 0,1 – 0,2 mg/kg Futter-Trockensubstanz definiert. Durch die Verwendung von Jodsalz in den Salzlecksteinen und in Elektrolytmischungen kann der Mindestbedarf ebenfalls komplettiert werden.